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Sitten und Gebräuche

Familienstruktur

Oft sind junge Paare schon lange vor der Hochzeit verlobt. So haben sie Zeit, genügend Geld für die eigenen vier Wände anzusparen. Männer heiraten im Durchschnitt im Alter von 27, Frauen dagegen bereits zwischen 20 und 24 Jahren.

Die moderne spanische Familie ist normalerweise ziemlich klein, aber sie pflegt ihre Beziehungen zur Großfamilie. Die Scheidungsrate ist nur gering. Der Ehemann gilt traditionell als Familienoberhaupt, während seine Frau die Verantwortung für den Haushalt und die Kinder trägt. Heute sind allerdings vor allem in den Städten viele Frauen berufstätig und verdienen ihr eigenes Einkommen. 1993 waren 34 Prozent  der Erwerbstätigen Frauen.

Essen und Trinken

Das Frühstück besteht zumeist aus Kaffee oder heißem Kakao und Brot, Marmelade oder Churros, einem frittierten Gebäck, das mit Zucker bestreut wird. Die Mittags- und Abendmahlzeiten setzen sich aus verschiedenen Fleisch- oder Fischsorten, Salaten, Früchten und Käse zusammen. Die Erwachsenen trinken normalerweise Wein zum Essen, die Kinder bekommen Mineralwasser oder andere alkoholfreie Getränke. Brot gehört zu jeder Mahlzeit. Zu den klassischen spanischen Gerichten gehören Gazpacho, eine kalte Suppe aus Zwiebeln, Paprikaschoten, Tomaten und Knoblauch; Paella, eine Reispfanne mit Safran, Huhn, Meeresfrüchten und weiteren Zutaten; Arroz negro, Reis mit Tintenfisch; und schließlich Cocido, eine kastilische Suppe. Außerdem gibt es eine Vielzahl regionaler Spezialitäten. In vielen Lokalen kann man kleine Gerichte namens Tapas bestellen. Tapas können einfach nur Oliven oder Käsestückchen sein, aber auch Fleischbällchen in einer feurig gewürzten Sauce. Spanien gehört zu den führenden Weinproduzenten der Welt und ist das Ursprungsland des Sherrys.

Die Hauptmahlzeit nehmen die meisten Menschen gegen 14.00 Uhr, das Abendessen etwa um 21.00 oder 22.00 Uhr ein. Am späten Nachmittag nehmen viele noch eine Merienda (Zwischenmahlzeit) zu sich. Dies ist oft ein Bocadillo (belegtes Brötchen) mit einem heißen Getränk. Bei einem offiziellen Abendessen weisen die Gastgeber ihren Gästen die Plätze an; Frauen und ältere Menschen setzen sich zuerst.

Umgangsformen


Die wichtigsten Grußformeln sind ¡Hola! (“Hallo”), ¡Buenos días! (“Guten Morgen”) und ¡Buenas tardes! (“Guten Tag”). Wenn Spanier einander vorgestellt werden, sagen sie oft Encantado de conocerle (“Erfreut, Sie kennen zu lernen”). Auf die Frage ¿Cómo está Usted? (“Wie geht es Ihnen?”) wird häufig mit den Worten Bien, gracias (“Danke, gut.”) geantwortet.

Zur Begrüßung reicht man sich die Hand. Gut befreundete Männer begrüßen sich oft mit einem Schulterklopfen und wenn man sich lange nicht gesehen hat, mit einer Umarmung (Abrazo). Freundinnen küssen sich zur Begrüßung oder zum Abschied auf beide Wangen. Außer im Freundeskreis und unter Verwandten spricht man sich mit dem Nachnamen an, dem Señor (“Herr”), Señora (“Frau”) oder Señorita (“Fräulein”) vorangestellt wird. Die Titel Don und Doña in Verbindung mit dem Vornamen dienen in manchen Regionen als besonders respektvolle Anrede.

In Spanien trifft man sich mit Freunden eher in Cafés oder Restaurants als zu Hause. Besuche werden normalerweise vorher angekündigt. Da die Spanier aber sehr gastfreundlich sind, werden sie jeden Besucher, der während einer Mahlzeit zu Besuch kommt, mit an den Tisch bitten. In diesem Fall sollte man jedoch mit den Worten ¡Que aproveche! (“Lasst es Euch schmecken”) höflich ablehnen. Wenn man zum Abendessen eingeladen wird, bringt man den Gastgebern eine kleine Aufmerksamkeit mit.

Nehmen Sie im Restaurant keinesfalls an einem Tisch Platz, an dem schon jemand sitzt! Das gilt für Bars und Straßencafés ebenso wie für Restaurants. Die Frage "ist hier noch frei?" gilt unter Spaniern als grobe Unhöflichkeit. Unhöflich ist ebenfalls, wer sich im Restaurant einfach niederläßt, ohne sich den gewünschten Platz anweisen zu lassen. Wer es dennoch tut, muß mit nachlässigem Service rechnen oder wird überhaupt nicht bedient!

Im Restaurant sind fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld üblich, Kellner und Zimmermädchen erwarten je nach Aufenthaltsdauer 500–1000 Ptas. Bei Taxifahrten sollte man zum nächsten Zweihunderter aufrunden.

Freizeit
Die Spanier spielen leidenschaftlich gern Fußball oder sehen dabei zu. Weitere beliebte Sportarten sind Golf, Basketball und Tennis. In manchen Regionen wird auch gerne Ski gefahren, auf die Jagd gegangen oder gefischt. Stierkämpfe locken nach wie vor Tausende von Besuchern an.

In den großen Städten wie Madrid und Barcelona gibt es ein breites Angebot an Theater- und Opern- sowie Musik- und Tanzveranstaltungen. Die Menschen sind stolz auf ihre zahlreichen Museen und Kunstgalerien, in denen neben herausragenden internationalen Künstlern auch die Werke spanischer Maler wie z. B. Goya, Picasso und Velázquez ausgestellt werden. Das Museo del Prado in Madrid gehört zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.


Feiertage

Zu den gesetzlichen Feiertagen gehören Neujahr (1. Januar), der Dreikönigstag (6. Januar), der Josefstag (19. März), der Karfreitag, der Tag der Arbeit (1. Mai), Fronleichnam, der Namenstag des Königs (24. Juni), der Santiago-Tag (25. Juli), der Nationalfeiertag, an dem der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gedacht wird (12. Oktober), Allerheiligen (1. November), Mariä Empfängnis (8. Dezember) und Weihnachten (25. Dezember).

Daneben feiert nahezu jede Stadt und jede Region ihre eigene Fiesta zu Ehren des lokalen Schutzheiligen. Zu den größten Fiestas gehören die Fiesta zu Ehren von San José in Valencia, die Fería de Abril in Sevilla und die Fiesta San Fermín in Pamplona. Im Gegensatz zu diesen fröhlichen und bunten Veranstaltungen sind die Fronleichnamsfeiern in Toledo und Granada und die Passionswoche in Valladolid, Zamora und Cuenca eher besinnliche Zeremonien.

Der heilige Blasius gilt als Nothelfer bei Halserkrankungen. An seinem Festtag am 3. Februar backen die Menschen besondere Brote namens Panecillos del santo (“kleine Brote des Heiligen”). Nach der Segnung der Brote bekommen Kinder sie zu essen, damit sie im kommenden Jahr von Erkrankungen des Halses verschont bleiben. San José (der heilige Joseph) ist der Schutzheilige der Armen und der Tischler. Zu seinem Gedenken findet in Valencia eine Woche lang das Fest Fallas de San José (Die Feuer des heiligen Joseph) statt. An Fronleichnam ziehen prächtige Prozessionen durch die mit Blumen übersäten Straßen, bei denen Priester aus kunstvoll verzierten Behältern geweihtes Brot verteilen. Santiago (der Apostel Jakobus) ist der Schutzheilige Spaniens.

 

Knigge

Was tun? Was lassen?

Camping
Camper sind auf Mallorca nicht besonders beliebt. Freies Campen ist auf den Balearen sogar verboten, wird aber hier und da von den Landeigentümern geduldet.

Im Restaurant
Auf Mallorca wartet man wie in ganz Spanien in guten Restaurants, bis der Maître einen Tisch zuweist. Es ist verpönt, sich an einen Tisch zu anderen Gästen zusetzen. Wenig Verständnis zeigen Kellner auch dafür, daß Gäste einzeln bezahlen. Trinkgeld im Restaurant ist üblich, 5 bis 10% der Gesamtrechnung sind o.k.

Kleidung
Mit nackten Oberkörper durch die Gegend latschen - so macht man sich als "Ent-Hemd-ter" lächerlich und unbeliebt. Rumgrölen, Rüpeln und mit kurzen Hosen oder halbnackt durch Kirchen und Läden ist ebenfalls voll daneben!

Vergessen Sie:
(Rheumadecken-)Ausflüge und Kaffeefahrten zu Dumpingpreisen, wenn Sie sich dem Psycho-Druck der Verkäufer nicht gewachsen fühlen - ansonsten ist es eine günstige Möglichkeit, über die Insel zu reisen, denn kaufen müssen Sie überhaupt nichts! 
Nelkenmädchen, die wollen immer nur eines: Ihnen die Börse aus der Tasche ziehen!
Ambulante Händler und Hütchenspieler (Trile heißt die Abzocke vor Ort), von denen werden sie finanziell immmer abgeledert. 
Immo-Herrschaften, die Ihnen sagenhaft billige Ferienhäuser oder -wohnungen andrehen wollen und mit Sekt, tollen Gewinnen und Einladungen locken!